Methodentipp Kernquadrat

Kennen Sie eine der folgenden Situationen?

  • Sie bekommen von einem Ihrer Mitarbeiter eine Zuarbeit auf den Tisch, die Ihnen die Arbeit erleichtern sollte, halten diese entsetzt in der Hand und denken „Das hätte ich doch besser gleich selbst gemacht! Warum kann er es nicht einfach richtig machen?!“
  • Sie erfahren durch Zufall, dass einer Ihrer Kollegen einen wichtigen Termin aus den Augen verloren und sich verzettelt hat und ärgern sich, dass Sie „schon wieder“ einspringen müssen, um das Ruder noch rechtzeitig herumzureißen
  • Sie sind genervt, weil Ihr Chef nicht wahrnimmt, was Sie gerade alles leisten
  • Es grollt in Ihnen, weil ein Mitarbeiter alles Neue bremst und verzögert … oder auch das Gegenteil: ständig mit Neuem kommt und alles verändern und verbessern will.

Ja, schon einmal erlebt? Dann passt die Methode auch zu Ihrem Alltag und kann Ihnen die Arbeit tatsächlich erleichtern. Also, los geht´s!

Zentrum der Methode ist der Blick auf die KERNQUALITÄTEN des Mitarbeiters. Also ein Blick auf das Potential. Doch wie es Licht und Schatten gibt, so hat auch jede Kernqualität eine Schattenseite, oder in der Sprache des Kernquadrat-Modells, eine FALLE. So neigt jemand mit der Kernqualität Schnelligkeit zum Beispiel zu Flüchtigkeitsfehlern oder Unaufmerksamkeit. Das bedeutet: Jede Kernqualität ist zugleich mit einer Falle verbunden. Aus jeder Falle erwächst wiederum eine HERAUSFORDERUNG, nämlich die Herausforderung, nicht in die Falle zu fallen. In diesem Beispiel wäre es die Herausforderung, sich zu bremsen und bedächtiger & gründlicher an die Arbeit zu gehen. Und jetzt wird es spannend! Denn nun wird es emotional. Das letzte Kernquadrat ist unsere ALLERGIE, also das, auf was wir selber mit negativen Emotionen reagieren. Und wann reagieren wir „allergisch“? Wenn wir mit einem Übermaß unserer eigenen Herausforderung konfrontiert werden. In unserem Fall mit der Kernqualität Schnelligkeit wäre die Allergie z.B. auf Pedanterie oder Passivität.

Das Kernquadrat, Quelle Wikipedia
Das Kernquadrat, Quelle Wikipedia

Das klingt möglicherweise erst einmal kompliziert. Aber keine Sorge, so wirkt es nur am Anfang. Hat man das Modell erst einmal erfasst, bietet die Methode letztendlich ein einfaches, schnell nachvollziehbares und sehr strukturiertes Reflexionsgerüst, um zu erkennen,  wo neuralgische Punkte in der Zusammenarbeit liegen. Eine gute Basis für die Suche nach Auswegen und Verhaltensalternativen.

Viele gute Führungskräfte, Mitarbeiter, Menschen besitzen eine große Kompetenz darin andere zu unterstützen. Ihre Stärke ist die, dass sie gut darin sind,  anderen zu helfen. Nun der Auftrag: Wie sieht das Kernquadrat für die Kernqualität „Helfen“, also die zugehörige Falle, Herausforderung und Allergie aus?

Hier geht es zur Lösung!

So richtig spannend wird es, wenn wir uns ein Doppel-Quadrat anschauen und davon ausgehen, dass die eigene Allergie die Falle von unserem Gegenüber ist. Denn was bedeutet das? Was gilt es für die Kommunikation zu beachten? Wie lassen sich Eskalationen vermeiden? Hier nachlesen!

Eine Bereichsleitung ärgert sich schon lange über die Unzuverlässlichkeit eines Kollegen. Ständig muss sie erleben, dass sich der Kollege an Absprachen nicht hält, auch wenn sie noch am selben Morgen gemeinsam beschlossen wurden. Auch besprochene Regeln werden von dem Kollegen nicht immer umgesetz, so dass die Bereichsleitung kurz vor dem Platzen ist, weil sie sich auf den Kollegen nicht verlassen kann. Welche Kernqualitäten und Allergien treffen da aufeinander?

Probieren Sie das Kernquadrat und Doppelquadrat aus!

Das Kernquadrat kann dabei helfen, Kernqualitäten und Herausforderungen bei sich selbst und bei anderen zu entdecken. Es wurde in den 80er Jahren von dem Niederländer Daniel Ofman entwickelt. Heute schätzen viele Länder wie die Niederlanden, Großbritannien und die USA das Kernquadrat  zum Entdecken sowohl der eigenen Potenziale als auch der der Mitarbeiter und ganzen Teams. In Deutschland ist die Methode noch relativ neu und derzeit im Kommen.